Einstellung, Benutzung und Service des gripSPEEDER 2.3 S

Die gripPEEDER Modelle werden generell ohne Schuh geliefert. Rollen, Rollensets, Schuhgrößenspacer-Sets, Reboundtuning-Sets mit Schraubensets dazu, sowie alle übrigen Teile des Fahrwerks sind gesondert bestellbar. So könnt ihr euren SPEEDER bei Bedarf auch individuell selbst konfigurieren.

Die Anschlussmaße des Fahrwerkes sind kompatibel zu den handelsüblichen Boots mit 195 mm Lochabstand bei 11 bis 13 mm Überhöhung. Für den Fall, dass maßgeschnittene Carbon-Boots mit darin integrierten, seitlich nicht zu verstellenden Gewindeaufnahmen aufgeschraubt werden sollen, ist die Boots- Aufnahme am Fahrwerk mit Langlöchern ausgestattet. Die Einstellung der Vorspur, bzw. der idealen Linie für den Fahrer, kann damit leicht vorgenommen werden.

Über Größe 40 bis 46 werden im Shop entsprechende Schuhgrößenspacer-Sets angeboten. Pro Verschraubungspunkt wird die benötigte Anzahl an Spacern zwischen Schuh und Fahrwerksaufnahme fest verschraubt. Fahrwerke außerhalb dieser Größen können als Sonderanfertigung gegen Aufpreis geordert werden.

Bei der Bestellung wird das Gewicht des Fahrers abgefragt. Dort gibt 3 Fahrwerksgrundsetups, die jeweils eine Spanne von 20 kg Körpergewicht überstreichen. (40 bis 60, 60 bis 80 und 80 bis 100 kg) Außerdem kann zwischen 3 Fahrertypen gewählt werden. (Hobbyfahrer, Racer, Profi) Sollte das Gewicht des entsprechenden Fahrers an der unteren oder oberen Grenze eines der drei Fahrwerksgrundsetups liegen, so wird je nach der zu erwartenden Abdruckkraft des Fahrertypen entweder das höhere oder der niedrigere Fahrwerksgrundsetup gewählt. Der gripSPEEDER wird dann bei uns auf diese Werte konfiguriert, an euch ausgeliefert und ist sofort einsetzbereit. Zur Optimierung, und um dem System all seine Reserven für maximalen Speed und beste Haftung (Grip) zu entlocken, kann am Fahrwerk das persönliche setup eingestellt werden.

Diese Einstellung ist denkbar einfach und wird an beiden SPEEDERN in der Regel identisch durchgeführt. Dafür stellt ihr euch mit dem SPEEDER, inkl. verschraubtem Schuh auf eine glatte und absolut ebene Unterlage. Der rechte bzw. linke SPEEDER wird mit dem vollen Körpergewicht belastet. Jetzt sollten sich die mittleren Griprollen noch gut drehen lassen und ein etwa 2 mm Spalt zu sehen sein. Eine zweite Person ist dabei hilfreich.

Für den Fall, dass der Sag zu groß ist (Griprollen sitzen auf bzw. Spalt unter 2 mm), müssen die Titangabeln verhärtet werden. Die Einstellung dafür wird mit den jeweiligen Stellschrauben (Madenschrauben M6, vorn 2x und hinten 1x), die sich in den Gabeln in unmittelbarer Nähe des Rahmens befinden, vorgenommen. In diesem Fall werden die jeweils ersten Stellschrauben (vom schwarz eloxierten Rahmen aus gesehen) mit dem beiliegenden 3 mm Innensechskantschlüssel am unbelasteten SPEEDER bis zum Anschlag eingeschraubt. Sollte der Sag jetzt zu wenig sein (großer Spalt zwischen Griprollen und Boden bzw. mit Fühllehre gemessen über 2 mm), dann muss die Schraube Stück für Stück so lange herausgedreht werden, bis sich ein Wert von ca. 2 mm einstellt bzw. der sichtbare Spalt klein genug ist. Sollte der Sag zu groß sein (kleiner oder gar kein Spalt zwischen Griprollen und Boden bzw. mit Fühllehre gemessen unter 2 mm), dann können die Schrauben vom Anschlag aus in Schritten von  ¼ Umdrehungen maximal noch eine Umdrehung eingedreht werden, bis sich ein Wert von ca. 2 mm einstellt. An der vorderen Gabel muss aber erst die Anstellmöglichkeit der zweiten, näher zur Rolle liegenden Schraube ausgenutzt werden. Für die vordere Gabel sollte dann nur diese für die maximal eine Umdrehung ab Anschlag genutzt werden. Im Fahrtest sollten sich bei trockener Fahrbahn und maximalem Abdruck die Griprollen gerade noch drehen.

Geübte Fahrer bekommen die Kontrolle während des Fahrens hin, indem sie Anschieben, und in Fahrt die Rotation der Griprollen prüfen.

Für weniger geübte Fahrer oder Neueinsteiger können quer zur Rollenlaufbahn Prüf- Strips (ein ca. 1 mm schmaler farbiger Klebestreifen pro Griprolle) geklebt werden. Nach einer angemessenen Fahrstrecke kannst du anhand der Abnutzung der Strips erkennen, in welche Richtung das Fahrwerk gestellt werden muss. Zu viel Abnutzung – Fahrwerk verhärten – kleine Stellschrauben tendenziell eindrehen. Zu wenig oder gar keine Abnutzung – Fahrwerk weicher stellen – Kleine Stellschrauben tendenziell ausdrehen.

In gleicher Weise wird mit einer eventuellen Gewichtszunahme des Fahrers verfahren, bis unter Umständen auch vorn die zweite Schraube mit dazu genommen werden muss. Für Fahrer unter 40 und über 100 kg gibt es gegen Aufpreis auch weichere bzw. härtere Federgabeln.

Bei neuen Skatern muss diese Einstellung nach ca. 100 km noch einmal nachjustiert werden, da sich die Madenschrauben, die auf das gehärtete Anschlagblech drücken, erst setzen müssen.

Mit dieser Grundeinstellung lässt sich der gripSPEEDER sehr komfortabel und effektiv bewegen. Um jedoch das volle Potential auszuschöpfen, ist etwas Umgangserfahrung bzw. Laufroutine und Feintuning notwendig. Das Feintuning ist maßgeblich vom Bewegungs-Charakter des Sportlers und den Umweltbedingungen abhängig.

Ein Fahrer mit eher geringer Anschubfrequenz aber dafür kräftigem Anschub benötigt weniger Sag. Während ein Fahrer mit hoher Anschubfrequenz und etwas geringerem Krafteintrag eher mehr Sag benötigt, damit bei der geringeren Krafteinleitung der Weg für die Griprollen bis zum Boden nicht so weit ist und die Griprollen sich auch fest und sicher andrücken können.

Des Weiteren ist es bei sehr warmen Belag effektiver den Sag kleiner zu halten (Spalt zwischen Griprollen und Boden eher größer), während bei kaltem Belag mehr Sag die günstigere Wahl sind usw…  Der geübte Fahrer spürt bei seinen konventionellen Skatern einen Gripverlust mehr oder weniger deutlich. Gripverlust bedeutet gleichzeitig Schlupf. Und wo Schlupf entsteht gibt es Energieverlust und Verschleiß! Energieverlust heißt wiederum Verlust an Speed und zehrt an der Kondition des Fahrers.

Ziel des Feintunings ist also die Optimierung zwischen Anschub- und Gleitfase mit Hilfe der Sag- Einstellung und der Wahl der richtigen Rollenhärte, passend zum Fahrertyp, zum Fahrbahnbelag und zu den Wetterbedingungen.

Für den Wettkampfeinsatz kann das Fahrwerk, je nach Wunsch des Fahrers, zusätzlich mit einem Rebound Tuning-Set ausgerüstet werden. Mit den darin enthaltenen Rebound Platten kann der bereits vorhandene Double Rebound aus Rollen und Titangabeln in 1 mm Schritten zusätzlich auf bis zu 3 mm erhöht werden. Der Sag Wert muss danach in oben angegebener Weise noch einmal durchgeführt werden.

Für die hochwertigen und teuren 125er Speedrollen mit Aluminiumkern wird funMACHINES einen einzigartigen und nachhaltigen Service anbieten. Je nach Verschleißgrad können dann die Profilkurven bis zu zwei Nachschliffe erhalten und danach wieder eingesetzt werden. So werden allein durch einen Nachschliff die Hälfte der Kosten im Vergleich zu einem Neukauf gespart. Zu beachten gilt dabei, dass der Sag- Wert danach geringfügig korrigiert werden sollte, da die Rolle ja mit jedem Schliff etwas kleiner geworden ist. Sollte eine Rolle nicht mehr nachgeschliffen werden können, gibt funMACHINES eine Gutschrift von 2,50 € pro Rolle. Diese Rolle wird fachgerecht und umweltfreundlich recycelt. Das heißt, entkernt, gestrahlt, eloxiert und mit der CPU- Speedmischung wieder neu umgossen. So entsteht eine absolut neuwertige Rolle, die zu einem sehr attraktiven Preis im Shop angeboten wird. Die Schonung von Ressourcen steht dabei im Vordergrund.

Kurzanleitung zur Einstellung

Dein gripSPEEDER wurde von uns auf dein Gewicht und deinen Fahrertyp voreingestellt. Wenn du die volle Performance des Fahrwerkes ausnutzen willst, dann beachte bitte die folgenden Hinweise.

Einsatz bei trockenem Untergrund:

Falls du einen Rebound Tuningsatz mitbestellt hast, dann löse mit einem Inbusschlüssel die vier Befestigungsschrauben der Titangabeln an der Oberseite des Fahrwerkes, lege die entsprechenden Rebound Platten (für vorn und hinten unterschiedliche Sorten) ein und schraube alles wieder zusammen. Es können maximal, zu der bereits unter jedem Gabelschaft liegenden Platte, noch drei weitere pro Position eingelegt werden. Die an den Seiten angefaste und bei Auslieferung bereits vormontierte Grundplatte verbleibt mit den Fasen in Richtung Rahmenauflage immer an dieser Stelle. Die kleinen Madenschrauben in den Titangabeln (1x Gabel hinten und 2x Gabel vorn) verbleiben vorerst in ihrer Ausgangsposition, also etwa 1 mm bis zum Anschlag an die Reboundplatte.

Achtung! Der Tuningsatz darf nur unter trockenen Bedingungen verwendet werden. Bei nassem Untergrund können unter Anschubdruck die mittleren Griprollen sonst nicht genug Anpressdruck aufbauen, was zu akutem Haftungsverlust führen kann.

Jetzt mit dem aufgeschraubten Schuh zentrisch mit dem ganzen Körpergewicht auf den eizustellenden SPEEDER stellen, die beiden mittleren Griprollen andrehen und zentrisch mit maximaler Beinkraft abdrücken. Beide Rollen müssen stoppen. Sollte das nicht der Fall sein, ist das Fahrwerk zu hart. Dann müssen genau so viel Tuningplatten entfernt werden, bis die Rollen sicher stoppen.

Erscheint in ganz seltenen Fällen das Fahrwerk trotz maximalem Rebound Tuning zu weich (die beiden mittleren Griprollen scheinen zu schnell zu stoppen), dann kann über die kleinen Madenschrauben in den Gabeln nach und nach die passende Härte eingestellt werden. Wenn an der vorderen Gabel die in Rahmenrichtung erste Madenschraube nach Andrehen bis zum Gabelanschlag nicht ausreicht, dann die zweite, der Rolle nähere, noch dazu nehmen. Ab Gabelanschlag, wenn die Schrauben also sicht- und fühlbar die Gabelunterseite berühren, können diese (immer in Takten von jeweils einer Viertel Umdrehung) die Gabeln bis zu maximal einer Umdrehung vorspannen und in die andere Richtung weicher machen.

Einsatz bei nassem Untergrund:

Wenn vorhanden, die beiden kleinen Regenrollen für die Mitte montieren. Du kannst aber auch die normalen Griprollen verwenden, was dann allerdings etwas weniger Haftung ergibt. Die eventuell verbauten Rebound Tuning Platten ausbauen.

Achtung! Die an den Seiten angefaste und bei Auslieferung bereits vormontierte Grundplatte verbleibt mit den Fasen in Richtung Rahmenauflage immer an dieser Stelle.

Jetzt weiter wie bei der Trocken- Einstellung vorgehen. Das Fahrwerk sollte für nassen Untergrund aber eher weicher eingestellt werden. Die Griprollen stoppen also etwas eher.